Institut für historische Intervention

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Das Institut für historische Intervention (IHI)

Die Idee für ein Institut, das klassische Gedenk- und/oder Forschungsprojekte mit künstlerischen Zielsetzungen verbinden sollte, entstand im Jahr 2008. Sie wurde von einigen HistorikerInnen des Allgemeinen Entschädigungsfonds – Alfred Fehringer, Iris Petrinja, Alexander Wallner, Christian Seinfeld und Albena Zlatanova – und den jungen Performance- und VideokünstlerInnen Julia Kläring und Jan Machatschek geboren. Ergänzt wurde das Konzept durch Mitarbeiter des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs (St. Pölten), Wolfgang Gasser und Christoph Lind, und schließlich durch Birgit Johler und Georg Traska, die Erfahrungen aus zwei abgeschlossenen Erinnerungsprojekten („Servitengasse 1938“ und „Herklotzgasse 21 und die jüdischen Räume in einem Wiener Grätzel“) einbrachten.

Verbunden hat uns der Enthusiasmus, verschüttete und verdrängte Vergangenheit ans Tageslicht zu bringen, sowie der Wunsch, die Familiengeschichte von aus Österreich Vertriebenen und in der NS-Zeit Ermordeten aus langer Vergessenheit in das kulturelle Gedächtnis zu holen und für kommende Generationen, die kein Gespräch mit ZeitzeugInnen mehr suchen können, lebendig zu machen. Mit dem Anspruch an historische Intervention, die bevorzugt nicht in musealen Umgebungen, sondern an historischen Schauplätzen geschehen soll, geht die Suche nach aktuellen gesellschaftlichen Bezugspunkten und nach Zusammenarbeit mit künstlerischen und stadtraumbezogenen Initiativen einher.

Wir verpflichten uns dem Gedenken, und doch sind uns Denkmäler suspekt. Wir möchten Historisches in aktuellen Nutzungs-, Lebens- und Arbeitskontexten sichtbar und erfahrbar machen. Wir verstehen Räume und Orte als Träger von verschütteten, verheimlichten und verlorenen Erinnerungen. Das Gewicht der Geschichte soll in die Alltagsräume gehoben werden.

Die Arbeitsfelder des IHI sind historisch, geographisch und sozial definiert. Die historischen Gegenstänge des IHI definieren die jeweiligen räumlichen Perspektiven. Die gegenwärtigen Grenzen Österreichs stellen einen Ausgangspunkt, aber keine selbstverständlich zu übernehmende Begrenzung dar.