Institut für historische Intervention

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Audioweg Gusen

 

 

 

 

 

AUDIOWEG GUSEN

 

Wer den AUDIOWEG GUSEN geht, wird mittels Kopfhörer durch eine beschauliche Wohn- und Erholungslandschaft geführt, die nichts von ihrer furchtbaren Vergangenheit erahnen lässt. Die ca. 90-minütige Audiocollage aus Klängen und Stimmen schafft einen virtuellen Raum im Kopf der Gehenden, in dem die Diskrepanz von Gesehenem und Gehörtem spürbar wird. Sie ruft die Realität der Konzentrationslager, aber auch ihre problematische und bis heute wirksame Nachgeschichte in Erinnerung. Ohne Stationen, Markierungen oder Pläne, nur mit einem i-Pod ausgerüstet, wird man präzise durch Wohnsiedlungen bis hin zu einem unterirdischen Flugzeugwerk geführt. Man hört Originaltonaufnahmen mit persönlichen Erinnerungen von Überlebenden der Lager, ZeitzeugInnen aus der regionalen Bevölkerung sowie die Ansichten der heutigen BewohnerInnen Gusens. Zu Wort kommen auch Wehrmachtssoldaten und ehemalige SS-Angehörige. Man hört, was nicht mehr zu sehen ist. Man sieht, was gegenwärtig ist. Menschen erzählen, was sonst unausgesprochen bleibt.

In den Konzentrationslagern Gusen I und II wurden zwischen 1940 und 1945 etwa 37.000 Menschen ermordet oder starben an Haftbedingungen und Zwangsarbeit. Hinsichtlich Größe und Opferzahlen stellte der Lagerkomplex Gusen eine mehr als „ebenbürtige“ Parallelstruktur zum KZ Mauthausen dar. Seit Kriegsende werden die noch bestehenden ehemaligen Lagergebäude von Unternehmen oder privat genutzt, der Boden des Areals wurde als Baugrund für Wohnhäuser gewidmet. Trotz der erhaltenen und vor Ort präsentierten Krematoriumsöfen und des jüngst entstandenen Ausstellungsraums / Besucherzentrums ist fast nichts von der Geschichte dieser Orte zu bemerken.

 


Links:
Audioweg Gusen
Gusen Memorial Committee