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Mahnmal für die Zwangsarbeiterlager Viehofen

 

 


 

 

Mahnmal für die Zwangsarbeiterlager Viehofen


2010, Orientierungstafeln, Viehofen, A
offener Wettbewerb, Kunst im Öffentlichen Raum NÖ, Stadt St. Pölten

In Viehofen, einem kleinen Ort neben St.Pölten, gab es in den Jahren 1944 und 1945 zwei Zwangsarbeitslager. Später wurde auf dem Gebiet ein Schotterwerk betrieben, danach entstand ein künstlicher See, der von der Bevölkerung als Freizeitareal - zum Schwimmen, Spazieren und Fahrradfahren - benutzt wird. Fast niemand wusste darüber Bescheid, dass in der Mitte des Sees ein jüdisches Zwangsarbeitslager war und neben dem See eines für nicht-jüdische ZwangsarbeiterInnen.
Wie in Freizeitarealen üblich sind an verschiedenen Plätzen um den See Orientierungstafeln aufgestellt. Normalerweise ist auf solchen Orientierungstafeln die Gegend von oben zu sehen, der eigene Standort ist ebenso markiert wie besonders schöne Wege oder Aussichtspunkte. Die aufgestellten Tafeln sind genau so gestaltet, zeigen allerdings eine Luftaufnahme von 1945 mit der damaligen Situation, ohne See und mit den gut sichtbaren Lagern. Die eigene Position ist mit einem roten Punkt markiert, so dass die/der BetrachterIn versucht, sich zu verorten, dabei aber bemerkt, dass die Tafeln zwar das gleiche Gebiet (sichtbar z.B. durch den Fluss), aber eine völlig andere Zeit zeigen. Mit Hilfe der Legende ist es möglich, die zwei Zwangsarbeitslager zu definieren.
Eine kleine Publikation ist vor Ort verfügbar und enthält eine Beschreibung des Projektes als auch zwei der im Zuge meiner Recherche geführten Interviews mit Überlebenden der Lager.

Catrin Bolt