Institut für historische Intervention

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Home Erinnerungsprojekte in Österreich Denkmal für den jüdischen Friedhof in Krems

Denkmal für den jüdischen Friedhof in Krems

 

 


 

 

Denkmal für den jüdischen Friedhof in Krems

(Wiener Straße 133)

Gestaltung: Hans Kupelwieser

Der jüdische Hauptfriedhof in der Wiener Straße war 1880/81 eröffnet worden. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Friedhof geschändet. Mindestens drei Reihen von Gräbern sind im Krieg entfernt worden, um Platz für ein Barackenlager für Kriegsgefangene zu schaffen. Mit Hinweisen von Zeitzeugen und mit Grabungen unter der Leitung der Wiener Kultusgemeinde konnte teilweise Klarheit geschaffen werden. Der Friedhof wurde 1988 renoviert.

Aus dem langjährig initiierten Projekt, den vertriebenen Kremser Juden ein Denkmal zu setzen, und einem schließlich stattfindenden Wettbewerb, entstand 1995 das 48 m lange Stahlband im Eingangsbereich des Friedhofs, in dem die Namen und Daten der Vertreibung von 129 Kremser Juden eingeschnitten sind.

Abraham Nemschitz, einer der wenigen Überlebenden, kam stellvertretend für die vertriebenen Juden zur Einweihung nach Krems: "Ich muss gestehen, dass wir, meine Frau und ich, mit sehr zweifelhaften Gefühlen die Einladung zur Enthüllung des Denkmals der vertriebenen und verstorbenen Kremser Juden des Naziregimes angenommen haben. Wir sahen es mehr als eine Pflicht den Vernichteten gegenüber, daran teilzunehmen, um ihrer Seelen zu gedenken und deren Andenken zu ehren. Wie groß war der Eindruck, als beim Eintritt in den Friedhof beim ersten Anblick des Mahnmals meine Augen auf den Namen meiner nach Theresienstadt vertriebenen und dort verstorbenen Großmutter fielen. Meine Augen füllten sich mit Tränen, und Episoden aus der Vergangenheit kamen aus dem Unterbewusstsein zutage, als langsam meine Augen von Namen zu Namen entlang des nicht endenden Stahlbandes liefen."

Um die Gräber auf dem Friedhof den Besucherinnen und Besuchern wieder zugänglich zu machen, hatte eine Schulklasse des Gymnasiums in der Rechten Kremszeile die Patenschaft für den Friedhof übernommen. – Die Pflege der Gräber durch SchülerInnen etwa einmal jährlich läuft regelmäßig weiter.

Ein Gedenkraum mit einer historischen Dokumentation befindet sich in Planun



Projektbeschreibung auf: niederösterreich kultur - kunst im öffentlichen raum
Zum Wikipedia-Eintrag
www.judeninkrems.at/denkmalkupelwieser