Institut für historische Intervention

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Stolpersteine Salzburg

 

 


 

 

Stolpersteine Salzburg

 

Das Projekt richtet sich gegen das Vergessen. Stolpersteine sollen Passanten nicht zum Stol-pern bringen, sondern zum Nachdenken: darüber, dass an diesem Ort Menschen wohnten, die Opfer des Nationalsozialismus wurden. Stolpersteine wollen die Erinnerung an die Vertrei-bung und Vernichtung von Juden, von Roma und Sinti, von politisch Verfolgten, von Homo-sexuellen, von Zeugen Jehovas, von Zwangsarbeitern und von Euthanasieopfern im National-sozialismus lebendig erhalten. Die Erinnerung an das Schicksal dieser Menschen erfolgt durch „Pflastersteine“ aus Messing, die vor der letzten selbst gewählten Wohnadresse des Opfers in den Boden eingelassen werden. Der Text beginnt in der Regel mit „Hier wohnte“, gefolgt vom Namen, dem Geburtsjahrgang und einzelfallabhängigen Texten, häufig dem De-portationsjahr und dem Todesort.

67 Stolpersteine wurden seit 2007 in der Stadt Salzburg bereits auf öffentlichem Grund ver-legt, und von rund 170 Opfern konnten die Biografien durch Gert Kerschbaumer, Johannes Hofinger und Helga Embacher recherchiert werden. Es wird darauf geachtet, möglichst alle Opfergruppen zu berücksichtigen.

In dem überparteilichen Personenkomitee Stolpersteine sind Privatpersonen wie Politiker der Gemeinderatsfraktionen von Bürgerliste, SPÖ und ÖVP vertreten. Als Initiatoren treten Inge-borg Haller von der Bürgerliste und Thomas Randisek vom Dachverband Salzburger Kultur-stätten auf. Mehr als 190 Salzburger und Salzburgerinnen haben sich mittlerweile dem Perso-nenkomitee Stolpersteine angeschlossen - darunter Erzbischof Alois Kothgasser, Marko Fein-gold von der Israelitischen Kultusgemeinde, der Schriftsteller Karl-Markus Gauß, Arbeiter-kammer-Direktor Gerhard Schmidt sowie Salzburger Politiker.


Biografien der Opfer und Orte der Stolpersteine sind auf der Internetseite des Personenkomitees zu finden.