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Zeitgeschichte-Museum und Gedenkstätte Ebensee

 

 


 

 

Zeitgeschichte-Museum und Gedenkstätte Ebensee

 

Ebensee war Standort eines KZ-Außenkommandos des Lagerkomplexes Mauthausen. Von November 1943 bis zur Befreiung des Lagers am 6. Mai 1945 wurden aus dem KZ Mauthausen etwa 27.000 Häftlinge in das Nebenlager Ebensee gebracht, von denen über 8.200 im Lager starben. Der Umgang mit der NS-Vergangenheit war in den ersten Jahren nach der Befreiung aus unterschiedlichen Gründen von Verdrängung und dem praktischen Bemühen um Tilgung der Spuren des Terrors beherrscht, da sich die Bevölkerung in erster Linie als „Opfer“ einer aufgrund strategischer Planungen erfolgten Standortwahl fühlte.
 
1988 konstituierte sich in Ebensee der „Verein Widerstandsmuseum“ mit den Zielen, ein Zeitgeschichte-Museum zu errichten und die baulichen und topografischen Spuren des KZ, soweit noch möglich, zu sichern und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Geschichte des Lagers Ebensee ist heute nur mehr anhand weniger Spuren gegenwärtig. Inmitten der von Tourismuswerbung strapazierten Landschaft, irritieren bauliche Reste und Wegweiser, die zur KZ-Gedenkstätte führen. Die über Jahrzehnte miteinander konkurrierenden Strategien von Vergessenwollen, aber auch die Etablierung von Gedenktraditionen werden in Ebensee besonders anschaulich.

Das Zeitgeschichte-Museum Ebensee erinnert an die politische Geschichte des Salzkammerguts zwischen 1918 und 1955. Abseits der Tradierung idealisierter Heimatbilder zeigt es die politischen Konflikte der Lagerkultur der Ersten Republik, die Geschichte der Verfolgung im Nationalsozialismus, Formen des Widerstandes und Grundzüge des Umgangs mit der NS-Zeit. Es versperrt sich damit gegen harmonisierte Betrachtungen der Vergangenheit und bildet einen wesentlichen Baustein reflektierter Erinnerungskultur.


Zeitgeschichte Museum Ebensee