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Loibl KZ Nord - Gedenkstätte

 

 

 

 

Kamin einer KZ-Baracke Loibl Nord
(Foto: P. Gstettner 2010)

 

 

Loibl KZ Nord – Gedenkstätte

 

Die beiden Mauthausen-Nebenlager am Loiblpass wurden am 3.6.1943 gegründet. Die Häftlinge wurden auf zwei KZs aufgeteilt, auf das Südlager (im heutigen Slowenien) und auf das Nordlager (Kärntner Seite). Die Deportierten hatten an der Scheitelstrecke des Loiblpasses den 1.542 m langen Straßentunnel zu graben. Der Großteil der KZ-Häftlinge, die als "politische" mit dem "roten Winkel" eingestuft worden waren, kam aus Frankreich; es waren aber auch viele Polen, Russen und Jugoslawen darunter. Insgesamt (von 1943 bis 1945) waren in beiden Lagern ca. 1.650 Häftlinge interniert, der höchste Häftlingsstand betrug ca. 1.300 Deportierte im August 1944. Im Loibl KZ Nord (auf 1.000 Meter ü.d.M.) herrschten besonders extreme klimatische Bedingungen und brutale KZ-Aufseher bzw. Kapos.

Es fanden insgesamt 26 Fluchten bzw. Fluchtversuche statt. Mit Hilfe der Partisanen und der örtlichen Bevölkerung gelangen 21. Die Namen von 36 Deportierten, die am Loibl den Tod fanden, konnten bisher recherchiert werden. Die Leichen waren auf einem improvisierten Krematorium verbrannt worden. Drei Häftlinge verstarben an den Lagerfolgen bald nach dem 8. Mai 1945. Mehr als 300 geschwächte und kranke Häftlinge wurden nach Mauthausen zurücktransportiert und die meisten dort umgebracht.

Das Loibl KZ Nord wurde Mitte April 1945 wegen anhaltender Partisanentätigkeit aufgelöst und die Häftlinge wurden auf die Südseite verlegt. Am 7. Mai 1945 wurden alle noch marschfähigen Häftlinge vom Loibl KZ Süd aus in Fußmärschen nach Kärnten getrieben, die Kranken wurden im Lager ihrem Schicksal überlassen. Am 8. Mai 1945 wurden die Häftlinge durch die Partisanen befreit. Ein alliiertes Militärgericht verurteilte 1947 zwei der KZ-Hauptverantwortlichen zum Tode. Die übrigen langjährigen Haftstrafen, die verhängt wurden, wurden alle durch vorzeitige Entlassungen beendet. Die meisten Täter blieben unbehelligt. In Kärnten wurde die Geschichte des Loibl KZs bis 1995 aus dem öffentlichen Diskurs verdrängt.


Witere Infos zum Loibl-Memorium